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Darmkrankheiten

Volkskrankheit Divertikel

Millionen Menschen leiden an Divertikeln. Man spricht von einer Volkskrankheit. Divertikel sind birnen- oder sackförmige Ausstülpungen von Hohlorgangen. Sie kommen beim Menschen insbesondere im Dickdarm (insbesondere im Sigmoid) vor. Ein Handlungsbedarf besteht bei geringer Ausprägung von Divertikeln in der Regel nicht. Nur wenn sie Beschwerden auslösen, ist Therapiebedarf gegeben. Divertikel entstehen, wenn sich durch Muskellücken der Darmwand Schleimhautausstülpungen durchdrücken. Grund für das Durchdrücken der Schleimhautausstülpungen durch die Muskellücken ist ein erhöhter Darminnendruck, der insbesondere durch harten Stuhlgang hervorgerufen wird. Eine ballaststoffreiche Ernährung beugt Divertikeln vor. Sie werden in der Regel bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) festgestellt. Die Divertikel-Krankheit betrifft Millionen von Menschen. Mit steigendem Alter nimmt das Risiko einer Divertikelerkrankung zu und erreicht eine Häufigkeit von bis zu 65 Prozent.

Divertikulose bedeutet viele Divertikel

Menschen, die unter einer Divertikulose leiden, haben viele Divertikel. Wenn eine Divertikulose keine Beschwerden verursacht, ist keine Behandlung notwendig. Menschen, die unter einer symptomfreien Divertikulose leiden, sollten sich ballaststoffreich ernähren. Kommt es zu Blutungen, muss eine Therapie vorgenommen werden. Die Divertikulose kann als Vorstufe der Divertikulitis angesehen werden.

Divertikulitis ist eine Entzündung

Eine Divertikulitis ist eine Entzündung von einem oder vielen Divertikeln. In der Regel liegen die entzündeten Divertikel in Form einer Sigmadivertikulitis vor. Experten schätzen, dass 10 bis 20 Prozent der Menschen, die unter Divertikeln leiden, eine Divertikulitis entwickeln. Die Divertikulitis geht mit massiven Schmerzen einher und muss behandelt werden. Bei einer Divertikulitis kann es zu Blutungen kommen. Fäkales okkultes Blut kann auch auf eine Divertikulitis hinweisen. Die Ausscheidung von fäkalem okkultem Blut ist eine Indikation für einen Arztbesuch. Die Testung nach fäkalem okkultem Blut kann beim Arzt oder zuhause mit dem FOBCHECK durchgeführt werden. Der FOBCHECK ist rezeptfrei in der Apotheke oder unter www.zuhausetest.de erhältlich.

 

Volkskrankheit Hämorrhoiden

Hämorrhoiden haben sich in den westlichen Industrienationen zu einer Volkskrankheit entwickelt. Dafür sind in erster Linie die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie genetische Dispositionen verantwortlich. Auch durch Hämorrhoiden kann es zu Blut im Stuhl kommen – in der Regel aber zu sichtbaren Blutauflagerungen und nicht zu okkultem Blut im Stuhlgang. Hämorrhoiden sind sozusagen Krampfadern im Enddambereich. Experten schätzen, dass 50 Prozent der über 50 jährigen unter Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden) leiden. Männer und Frauen leiden gleichhäufig unter Hämorrhoiden.

Was sind Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden sind so genannte Gefäßpolster, die bei Vergrößerung im Sinne von Krampfadern zum Hämorrhoidalleiden führen, das Beschwerden verursacht. Grundsätzlich hat jeder Mensch diese Gefäßpolster. Durch bestimmte Einflüsse kann es aber zum Hämorrhoidalleiden mit Beschwerden kommen. Eine Vergrößerung oder Tiefertreten der Gefäßpolster führt zu Hämorrhoidalleiden. Die krankhafte Veränderung der Hämorrhoiden in Form des Hämorrhoidalleidens wird in vier Stadien (Hämorrhoiden 1. bis 4. Grades) eingeteilt.

Beschwerden (Symptome) von Hämorrhoiden (beim Hämorrhoidalleiden)

Bei Hämorrhoiden beziehungsweise dem Hämorrhoidalleiden kommt es zu verschiedenen Krankheitsbeschwerden (Symptome). Zu den typischen Beschwerden bei Hämorrhoiden gehören Blutungen, Druckgefühl, Juckreiz und im fortgeschrittenen Stadium Störungen der Stuhl-Kontinenz. Die Betroffenen haben also Probleme, den Stuhlgang und Winde (Blähungen) zu halten. Die Blutungen bei Hämorrhoiden sind aber kein okkultes Blut, sondern vielmehr hellrotes Blut beim Stuhlgang.

Ursachen des Hämorrhoidal-Leidens

Bisher konnten Wissenschaftler noch nicht eindeutig klären, was die Ursachen des Hämorrhoidal-Leidens sind. Bei der Entwicklung von Hämorrhoiden spielt nach bisherigem Erkenntnisstand eine ballaststoffarme Ernährungsweise, der aufrechte Gang, langes Sitzen, genetische Faktoren, eine Bindegewebsschwäche sowie Verstopfung mit langen Toilettensitzungen, hartem Stuhlgang und übermäßigem Pressen eine Rolle.

Behandlung von Hämorrhoiden

Die Behandlung von Hämorrhoiden setzt eine exakte Diagnosestellung voraus. Hämorrhoiden können leicht mit anderen Erkrankungen verwechselt werden. Fäkales okkultes Blut weist nicht auf Hämorrhoidalleiden hin. Vor der Behandlung der Hämorrhoiden sollte eine Untersuchung beim Proktologen oder Gastroenterologen erfolgen. Eine universelle Behandlung von Hämorrhoiden gibt es nicht. Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium des Hämorrhoidalleidens und den Beschwerden des Patienten. In erster Linie muss es zu einer Ernährungsumstellung auf eine ballaststoffreiche Kost kommen. Auch durch eine regelmäßige Entleerung des Darms und richtige Analhygiene lässt sich eine Linderung des Hämorrhoidalleidens erreichen. Arzneimittel können nur die Beschwerden, die durch Hämorrhoiden hervorgerufen werden, lindern.

Richtig Essen und Trinken bei Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden)

Für den Betroffenen ist es nicht kompliziert, richtig bei Hämorrhoiden zu essen und zu trinken. In den frühen Stadien ist das Hämorrhoidalleiden aber schon durch eine ballaststoffreiche Ernährungsweise oftmals deutlich zu bessern. Zu ballaststoffreichen Lebensmitteln muss ausreichend getrunken werden, damit die Ballaststoffe aufquellen können. Durch eine ballaststoffreiche Ernährungsweise wird die Stuhlentleerung gefördert. Ballaststoffe sind reichlich in Hülsenfrüchten, Pilzen, Gemüse (insbesondere Kohlgemüse), Frischobst mit Schale sowie natürlich Vollkornprodukten enthalten. Durch die Ballaststoffe wird der Stuhlgang weicher sowie voluminöser und lässt sich dadurch leichter Entleeren. Pressen ist nicht mehr erforderlich und es kann auch nicht mehr zu Blutungen durch harten Stuhlgang kommen. Es kann auch sinnvoll sein, die Kost durch Ballaststoffkonzentrate wie Guar, Pektin, Leinsamen oder Plantago-ovata-Samenschalen (indischer Flohsamen) zu ergänzen. Entsprechende Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Die Therapie der Hämorrhoiden besteht aber nicht ausschließlich in einer Diät oder Ernährungsumstellung.

 

Analfissur

Bei Analfissuren handelt es sich um Längsrisse der Schleimhaut des äußeren Enddarms. Diese gutartige Krankheit tritt häufig bei Patienten zwischen dem 30sten und 40sten Lebensjahr auf. Eine schnelle Diagnose ermöglicht eine erfolgreiche Behandlung.

Was sind Analfissuren?

Analfissuren sind Längsrisse der Analhaut (Anoderm). Mediziner unterscheiden zwischen akuten und chronischen Analfissuren. Akute Analfissuren heilen nach einer erfolgreichen Behandlung meist schnell ab. Chronische Analfissuren entstehen durch fehlende Heilung akuter Analfissuren und daraus resultierender Narbenbildung. Kommt es zu einem chronischen Verlauf, können sich auf Dauer sogenannte Vorpostenfalten (verdickte Hautfalte am Enddarm) und vernarbte Afterränder bilden.

Beschwerden und Symptome bei Analfissuren

Die Symptome von Analfissuren sind brennende Schmerzen beim und nach dem Stuhlgang, Juckreiz, Verstopfung und hellrote Blutauflagerungen auf dem Toilettenpapier.

Ursachen für Analfissuren

Es gibt verschiedene Ursachen für Analfissuren. Zu festes Pressen in Folge von hartem Stuhlgang oder Verstopfung sind eine Ursache. Wer unter Hämorrhoiden leidet, ist ebenfalls einem größeren Risiko, an Analfissuren zu erkranken, ausgesetzt. Analverkehr kann ebenso zu einem Einriss der empfindlichen Haut im Enddarm (Anoderm) führen. Eine weitere Ursache, für in diesem Fall sogenannte sekundäre Analfissuren, sind chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn. Diese sind als Vorerkrankung für das Auftreten der Fissuren als Folgeerscheinung verantwortlich. Allerdings leiden Betroffene unter weniger starken Beschwerden als bei akuten Analfissuren.

Heilung von akuten Analfissuren

Akute Analfissuren lassen sich durch eine Analyse und eine sich eventuell anschließende Umstellung der Ernährungs- und Lebensweise heilen. Durch eine ballaststoffreiche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit in Form von 1,5 bis 2 Litern Wasser, Früchte- oder Kräutertees und Fruchtschorlen wird der Stuhlgang reguliert und geschmeidig gehalten. So können festes Pressen und Verstopfung vermieden werden. Zusätzlich können Salben oder Zäpfchen schmerzlindernd wirken. Dauerhaft können auch warme Sitzbäder heilsam sein.

Heilung chronischer Analfissuren

Chronische Analfissuren sind komplizierter zu heilen als akute. Salben und Zäpfchen können Schmerzen lindern. Dauerhaft kann jedoch nur ein operativer Eingriff, der unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose stattfindet, Heilung verschaffen.

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