Scheidenpilz: Verhütung, Oralsex und Selbstbefriedigung

Scheidenpilz: Verhütung, Oralsex und Selbstbefriedigung

Zuletzt aktualisiert am

Juckreiz, Brennen, weißlicher Ausfluss – und dann die Frage: Darf ich jetzt Sex haben? Kann ich meinen Partner anstecken? Hier findest du Antworten rund um Sex, Verhütung, Oralsex und Selbstbefriedigung bei Scheidenpilz.

Ist Scheidenpilz ansteckend?

Ein Scheidenpilz gilt nicht als klassische Geschlechtskrankheit: Die Hefepilze, meist Candida albicans, leben bei vielen Menschen ohne Beschwerden auf Haut und Schleimhäuten. Zur Infektion kommt es meist, wenn das Gleichgewicht der Scheidenflora gestört ist, zum Beispiel nach einer Antibiotika-Einnahme, durch hormonelle Veränderungen oder ein geschwächtes Immunsystem. Beim Sex können die Pilze aber auf den Partner oder die Partnerin übertragen werden und dort, seltener, eine Entzündung an Eichel oder Vorhaut auslösen.

Darf ich mit Scheidenpilz Sex haben?

Während der akuten Infektion und der Behandlung ist es besser, auf Geschlechtsverkehr zu verzichten. Die gereizte Schleimhaut ist empfindlich, Sex kann schmerzen und die Beschwerden verstärken, und der Pilz kann übertragen werden. Viele Frauen haben in dieser Zeit ohnehin wenig Lust, auch weil die Scheide oft trocken ist und das Eindringen wehtut.

Wer nicht verzichten möchte, sollte ein Kondom benutzen – und dabei die Hinweise zur Verhütung weiter unten beachten.

Wann wieder Sex nach der Behandlung?

Schließe die Behandlung vollständig ab und warte, bis keine Beschwerden mehr bestehen. Die Scheidenschleimhaut braucht danach oft noch etwa eine Woche, um sich zu erholen. Präparate mit Milchsäure können den Aufbau einer gesunden Scheidenflora unterstützen und Trockenheit lindern.

Muss der Partner mitbehandelt werden?

Hat dein Partner keine Beschwerden, ist eine Mitbehandlung in der Regel nicht nötig. Hat er selbst Symptome wie Rötung, Juckreiz oder Brennen an der Eichel, oder kehrt dein Scheidenpilz immer wieder zurück, sollte er sich ebenfalls ärztlich untersuchen lassen. So vermeidet ihr, dass ihr euch gegenseitig immer wieder ansteckt (Ping-Pong-Effekt).

Verhütung bei Scheidenpilz

Viele Cremes und Zäpfchen gegen Scheidenpilz enthalten Fette oder Öle. Diese können Kondome und Diaphragmen aus Latex angreifen, sodass sie reißen oder undicht werden. Ein Diaphragma oder eine Portiokappe kann durch Cremes außerdem leichter verrutschen. Lies deshalb die Packungsbeilage deines Präparats und frag im Zweifel in der Apotheke nach.

Hormonelle Verhütungsmittel wie Pille, Hormonspirale, Verhütungsring oder Verhütungspflaster sowie die Kupferspirale werden durch die örtliche Behandlung mit Cremes oder Zäpfchen nicht beeinträchtigt. Bedenke aber: Nur das Kondom schützt auch davor, den Pilz auf den Partner zu übertragen.

Auch beim Gleitmittel ist Vorsicht angebracht: Gleitmittel auf Öl- oder Fettbasis machen Latexkondome brüchig. Verwende wasserlösliche Gleitmittel oder greife zu Kondomen aus Polyurethan, die gegenüber Fetten unempfindlich sind.

Oralsex bei Scheidenpilz

Hefepilze können sich nicht nur in der Scheide, sondern auch im Mund, im Darm oder in der Analregion vermehren. Beim Oralsex können sie deshalb in beide Richtungen übertragen werden: vom Mund in den Genitalbereich und umgekehrt. Hat einer von euch einen Pilzbefall im Mund (Mundsoor) oder bist du gerade an Scheidenpilz erkrankt, verzichtet besser auf Oralsex, bis die Infektion abgeheilt ist.

Noch leichter gelangen Pilze beim Analsex in die Scheide, weil im Darm deutlich mehr Pilze vorkommen. Wechselt deshalb nie ohne neues Kondom und gründliche Reinigung von anal zu vaginal.

Selbstbefriedigung und Sexspielzeug

Selbstbefriedigung ist bei Scheidenpilz grundsätzlich möglich, solange sie nicht schmerzt. Achte aber auf Hygiene: Speichel als Gleitmittel kann Pilze aus dem Mund in die Scheide bringen – besser ist ein wasserlösliches Gleitmittel.

Auf Vibratoren und Dildos können sich Keime und Pilze ansiedeln, die immer wieder zu einer Infektion führen. Reinige dein Sexspielzeug deshalb vor und nach jeder Benutzung gründlich mit warmem Wasser und milder Seife oder einem passenden Spielzeugreiniger. Verwende ein Spielzeug, das anal benutzt wurde, nicht ohne gründliche Reinigung vaginal, und teile Sexspielzeug möglichst nicht – oder benutze ein Kondom darüber.

Ist es wirklich ein Scheidenpilz?

Juckreiz und Ausfluss können auch andere Ursachen haben, etwa eine bakterielle Vaginose, die anders behandelt wird. Der Vaginalpilz-Schnelltest gibt dir in wenigen Minuten einen ersten Hinweis, ob ein Pilz dahintersteckt. Bei Fieber, Schmerzen im Unterbauch, in der Schwangerschaft oder wenn die Beschwerden nach der Behandlung nicht verschwinden oder immer wiederkehren, geh bitte zu deiner Frauenärztin oder deinem Frauenarzt.

Zurück zum Blog