Helicobacter Pylori bei Kindern
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Bauchschmerzen sind bei Kindern häufig und meist harmlos. Manchmal steckt aber eine Magenschleimhautentzündung dahinter, die auch durch das Bakterium Helicobacter pylori ausgelöst werden kann. Hier erfährst du, wie sich Kinder anstecken, welche Symptome typisch sind und wann du mit deinem Kind in die kinderärztliche Praxis gehen solltest.
Wie stecken sich Kinder mit Helicobacter an?
Die meisten Menschen, die Helicobacter pylori tragen, haben sich bereits in der Kindheit angesteckt, häufig vor dem fünften Lebensjahr und meist innerhalb der Familie. Übertragen wird das Bakterium vermutlich über Speichel, Erbrochenes oder Stuhl.
Typische Übertragungswege im Alltag: ein Breilöffel, von dem Elternteil und Kind abwechselnd essen, oder ein heruntergefallener Schnuller, den ein Elternteil zum „Säubern“ kurz in den Mund nimmt. Eigene Löffel und Schnuller für das Kind sowie gründliches Händewaschen – besonders nach dem Wickeln und vor dem Essen – senken das Risiko.
In Deutschland ist die Zahl der infizierten Kinder in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen, vor allem dank besserer Hygiene.
Symptome bei Kindern
Viele Kinder mit Helicobacter haben gar keine Beschwerden. Das Bakterium kann aber eine Entzündung der Magenschleimhaut und, meist erst ab dem Schulalter, Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre verursachen. Mögliche Anzeichen sind:
- Schmerzen im Oberbauch, krampfartig, drückend oder brennend, oft vor, beim oder nach dem Essen sowie nachts oder frühmorgens,
- Übelkeit und Erbrechen,
- Appetitlosigkeit und Essensverweigerung,
- schlechte Laune und Unruhe, gerade bei Kleinkindern.
Besonders kleine Kinder können ihre Beschwerden oft nicht genau beschreiben. Achte deshalb darauf, wo sie hinzeigen: Bei einer Magenschleimhautentzündung liegen die Schmerzen eher im Oberbauch, bei einer Blinddarmentzündung beginnen sie häufig am Nabel und wandern in den rechten Unterbauch.
Magenschleimhautentzündung bei Kindern: Nicht immer steckt Helicobacter dahinter
Eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) kann bei Kindern auch durch Magen-Darm-Infekte, bestimmte Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Stress entstehen. Viele wiederkehrende Bauchschmerzen bei Kindern haben zudem gar keine körperliche Ursache, die sich in Untersuchungen findet – sie sind trotzdem echt und sollten ernst genommen werden.
Geh mit deinem Kind in die kinderärztliche Praxis, wenn die Beschwerden anhalten oder immer wiederkehren, und sofort bei Warnzeichen wie:
- ungewolltem Gewichtsverlust oder Wachstumsstillstand,
- Erbrechen von Blut oder kaffeesatzartigem Erbrochenem,
- schwarzem oder blutigem Stuhl,
- nächtlichem Aufwachen wegen Bauchschmerzen,
- Fieber oder starken, anhaltenden Schmerzen.
Diagnose
Kinderärztinnen und Kinderärzte testen nicht jedes Kind mit Bauchschmerzen auf Helicobacter, sondern entscheiden anhand der Beschwerden. Besteht ein begründeter Verdacht, etwa auf ein Geschwür, ist die Magenspiegelung mit Gewebeprobe die wichtigste Untersuchung. Sie wird bei Kindern von Fachärzten für Kinder-Gastroenterologie unter einer sanften Beruhigung oder Narkose durchgeführt und ist für die Kinder gut verträglich.
Atemtest und Stuhl-Antigentest kommen vor allem zum Einsatz, um nach einer Behandlung zu prüfen, ob das Bakterium verschwunden ist. Beim Atemtest trinkt das Kind eine Lösung mit markiertem Harnstoff; ist Helicobacter im Magen, spaltet es den Harnstoff, und das lässt sich in der Ausatemluft messen. Bluttests auf Antikörper sind bei Kindern wenig aussagekräftig.
Behandlung
Wird eine Infektion festgestellt, die behandelt werden soll, verschreibt die Ärztin oder der Arzt eine Kombination aus Antibiotika und einem Säureblocker, als Tabletten oder Saft. Die Behandlung dauert in der Regel ein bis zwei Wochen. Wichtig ist, alle Medikamente wie verordnet bis zum Ende zu geben, auch wenn es dem Kind schon früher besser geht. Etwa vier Wochen nach der Behandlung wird mit einem Atem- oder Stuhltest überprüft, ob sie erfolgreich war.