Selbsttest: Helicobacter schnell zu Hause feststellen

Selbsttest: Helicobacter schnell zu Hause feststellen

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Druck im Oberbauch, Übelkeit, eine belegte Zunge: Hinter solchen Beschwerden kann das Magenbakterium Helicobacter pylori stecken. Hier erfährst du, welche Symptome typisch sind, was die Zunge damit zu tun hat und wie du eine Infektion feststellen kannst – auch ohne Magenspiegelung.

Was ist Helicobacter pylori?

Lange galt Stress als Hauptursache für Magengeschwüre. Stress steigert zwar die Säureproduktion und schwächt das Immunsystem, doch in den 1980er-Jahren entdeckten die australischen Mediziner Barry Marshall und Robin Warren das Bakterium Helicobacter pylori als wichtigen Auslöser. Dafür erhielten sie 2005 den Nobelpreis für Medizin.

Helicobacter pylori siedelt sich in der Magenschleimhaut an. Nicht jeder Mensch, der das Bakterium trägt, hat Beschwerden. Es kann aber eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis) sowie Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre verursachen. Bleibt die Schleimhaut über viele Jahre geschädigt, steigt außerdem das Risiko für Magenkrebs.

Symptome: Woran merkt man Helicobacter?

Die Beschwerden hängen davon ab, welche Erkrankung das Bakterium auslöst. Typische Anzeichen sind:

  • krampfartige, stechende, drückende oder brennende Schmerzen im Oberbauch,
  • Schmerzen vor, beim oder nach dem Essen, häufig nachts oder frühmorgens stärker,
  • Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl und Aufstoßen,
  • Appetitlosigkeit und dadurch Schwächegefühl,
  • Mundgeruch und eine belegte Zunge.

Viele Infektionen verlaufen jedoch ohne Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt.

Helicobacter und die Zunge: Was ist dran?

Viele Betroffene berichten von einer weiß oder gelblich belegten Zunge, Zungenbrennen oder Mundgeruch. Ein solcher Belag kann bei einer Magenschleimhautentzündung auftreten, ist aber kein eindeutiges Zeichen für Helicobacter pylori: Auch Mundtrockenheit, Infekte, Rauchen, bestimmte Medikamente oder eine unzureichende Mundhygiene führen häufig zu einer belegten Zunge. Am Aussehen der Zunge lässt sich eine Helicobacter-Infektion deshalb nicht erkennen. Kommen Magenbeschwerden hinzu, etwa Druck im Oberbauch, Übelkeit oder Schmerzen auf nüchternen Magen, lohnt sich ein Test.

Wie kann man Helicobacter feststellen – auch ohne Magenspiegelung?

  • Stuhl-Antigentest: weist Bestandteile des Bakteriums im Stuhl nach und zeigt damit eine aktuelle Infektion an. Als Helicobacter-Schnelltest für zuhause erhältlich, das Ergebnis liegt nach wenigen Minuten vor.
  • Atemtest: in der Arztpraxis. Du trinkst eine Lösung mit markiertem Harnstoff; ist Helicobacter im Magen, spaltet er den Harnstoff, und das lässt sich in der Atemluft messen.
  • Bluttest auf Antikörper: zeigt, ob dein Körper schon einmal Kontakt mit dem Bakterium hatte. Da Antikörper lange nachweisbar bleiben, unterscheidet er nicht sicher zwischen einer aktuellen und einer ausgeheilten Infektion.
  • Magenspiegelung mit Gewebeprobe: bei starken oder anhaltenden Beschwerden oder Warnzeichen. Sie zeigt zugleich, ob die Schleimhaut entzündet ist oder ein Geschwür vorliegt.

Wichtig für ein verlässliches Ergebnis: Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) und Antibiotika können Stuhl- und Atemtests verfälschen. In der Regel sollten Säureblocker zwei Wochen und Antibiotika vier Wochen vor dem Test abgesetzt sein – setze verordnete Medikamente aber nie eigenständig ab, sondern sprich vorher mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Ein positives Ergebnis im Selbsttest ist ein Hinweis, keine Diagnose, und sollte ärztlich besprochen werden.

Ist Helicobacter ansteckend?

Ja. Helicobacter pylori wird von Mensch zu Mensch übertragen, vermutlich über Speichel, Erbrochenes oder Stuhl. Die meisten Menschen stecken sich bereits in der Kindheit innerhalb der Familie an. Gute Hygiene, vor allem gründliches Händewaschen, senkt das Risiko.

Behandlung

Nicht jede Besiedlung mit Helicobacter pylori muss behandelt werden. Eine Therapie ist vor allem nötig, wenn Beschwerden, eine Magenschleimhautentzündung oder Geschwüre vorliegen. Behandelt wird mit einer Kombination aus mehreren Antibiotika und einem Säureblocker, die sogenannte Eradikationstherapie. Sie dauert meist zehn bis vierzehn Tage und ist in den meisten Fällen erfolgreich. Ob die Behandlung gewirkt hat, wird frühestens vier Wochen danach mit einem Atem- oder Stuhltest überprüft.

Halten die Beschwerden trotz Behandlung an oder treten Warnzeichen auf – etwa ungewollter Gewichtsverlust, Schluckbeschwerden, Bluterbrechen oder schwarzer Stuhl –, gehört das immer in ärztliche Hände.

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