Weizenallergie: Symptome, Diagnose und Lebensmittel

Weizenallergie: Symptome, Diagnose und Lebensmittel

Juckreiz, Schwellungen oder Bauchschmerzen kurz nach dem Essen von Brot oder Nudeln? Dann kann eine Weizenallergie dahinterstecken. Hier erfährst du, woran du sie erkennst, wie sie festgestellt wird und worauf du beim Einkaufen und Kochen achten solltest.

Was ist eine Weizenallergie?

Bei einer Weizenallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiweiße im Weizen und bildet dagegen IgE-Antikörper – wie bei einer Pollen- oder Nussallergie. Anders als die Zöliakie schädigt sie nicht die Darmschleimhaut, kann aber heftige, im Extremfall lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. Bei Kindern ist sie häufiger als bei Erwachsenen und verwächst sich oft bis zum Schulalter. Wie sich Weizenallergie, Zöliakie und Glutensensitivität unterscheiden, erklären wir im Artikel Zöliakie, Weizenallergie, Glutensensitivität.

Symptome

Die Beschwerden beginnen meist innerhalb von Minuten bis etwa zwei Stunden nach dem Essen:

  • Juckreiz, Rötungen, Nesselsucht oder eine Verschlechterung von Neurodermitis,
  • Schwellungen an Lippen, Zunge oder im Gesicht,
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall,
  • Schnupfen, Husten oder Atemnot.

Eine besondere Form ist die anstrengungsabhängige Weizenallergie: Hier treten Reaktionen nur auf, wenn nach dem Weizenverzehr Sport, Alkohol oder bestimmte Schmerzmittel hinzukommen. Bei Atemnot, Kreislaufproblemen oder Schwellungen im Hals sofort den Notruf 112 wählen.

Diagnose

Die Abklärung gehört in die Hände einer Allergologin oder eines Allergologen. Dazu gehören ein ausführliches Gespräch, ein Hauttest (Prick-Test) und ein Bluttest auf spezifische IgE-Antikörper gegen Weizen und einzelne Weizeneiweiße. Manchmal folgt ein Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht. Ein Zöliakie-Test erkennt keine Weizenallergie – umgekehrt aber auch nicht.

Ernährung: Weizen konsequent meiden

Die Behandlung besteht darin, Weizen und seine Verwandten wie Dinkel, Grünkern, Emmer, Einkorn und Kamut zu meiden. Roggen, Gerste und Hafer werden von vielen Allergikern vertragen, das klärst du individuell mit deinem Arzt. Glutenfrei gekennzeichnete Produkte sind nicht automatisch weizenfrei, da sie Weizenstärke enthalten können. Lies also die Zutatenliste.

Weizen gehört zu den 14 Hauptallergenen, die auf verpackten Lebensmitteln hervorgehoben werden müssen. Achte besonders auf:

  • Brot, Brötchen, Gebäck, Nudeln, Couscous, Bulgur, Paniermehl,
  • Fertiggerichte, Soßen, Suppen und Würzmischungen, die oft mit Weizenmehl gebunden sind,
  • Wurstwaren, panierten Fisch und Fleisch,
  • Joghurt- und Quarkzubereitungen mit Müsli- oder Keksanteil, Puddings und Desserts,
  • Süßigkeiten, Bier und Malzgetränke.

Von Natur aus weizenfrei sind zum Beispiel frisches Obst und Gemüse, Kartoffeln, Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Quinoa, unverarbeitetes Fleisch und Fisch, Eier, Milch, Naturjoghurt und Käse in natürlicher Form.

Kochen und Backen ohne Weizen

Gute Alternativen sind Reis-, Mais-, Hirse-, Buchweizen-, Kichererbsen- oder Kartoffelmehl, je nach Verträglichkeit auch Roggen. Da ihnen das Klebereiweiß fehlt, helfen Bindemittel wie Johannisbrotkernmehl, Flohsamenschalen oder Ei. Weitere Tipps findest du im Artikel Glutenfrei naschen und backen.

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