Grippe - Virus oder Bakterium?

Er hat die Grippe – so heißt es im Sprachgebrauch. Wer sie wirklich hat, die echte Virusgrippe, der kann sich warm anziehen. Und das ist wörtlich gemeint. 

Influenza – die „echte“ Virusgrippe

Meint man eine „echte“ Grippe, so handelt es sich um eine Erkrankung mit dem Influenza-Virus. Zwar gibt es andere Erreger, die ähnliche Symptome hervorrufen – und es sind meistens sogar ebenfalls Viren. Der Verlauf einer solchen Erkältung, wie man sie eher bezeichnen sollte, ist aber anders.

Verläuft die Influenza klassisch, dann treten die Symptome von einer Minute auf die andere auf: Hohes Fieber bis 40 Grad mit starker Abgeschlagenheit  – und die kann bis zu mehreren Wochen anhalten. Hinzu kommen die typischen Erscheinungen einer Erkältung wie trockener Husten, Schnupfen, Kopf- und Gliederschmerzen. Es sind gerade diese Symptome, die die Abgrenzung zur „ Erkältung“ so schwer machen – gehören sie doch eigentlich nicht zu den eigentlichen Symptomen einer Virusgrippe. Der Grund: Zum Influenza-Virus gesellen sich bakterielle Zweitinfektionen wie Halsentzündungen hinzu. Schuld sind Erreger wie beispielsweise Streptokokken.

Die „Grippe“, die eigentlich Erkältung heißt

Grippale Infekte kommen meistens ebenfalls über Viren daher: Adenoviren, Rhinoviren oder Coxsackieviren. Die Symptome treten jedoch nicht aus dem Stand zutage, sondern kündigen sich meist über Tage vorher an: Schlapp, leichtes Frösteln, die Nase ist zu, leichtes Halskratzen, verschleimte Atemwege mit gelblich bis grünem Nasensekret oder Auswurf. Nur selten erreicht das Fieber einen so hohen Wert wie bei der Influenza, oft ist es nur eine erhöhte Temperatur. Viel früher stellt sich auch das körperliche Wohlbefinden wieder ein.

Die Ansteckungswege haben beide gemeinsam

Sowohl mit Erkältungsviren als auch mit dem Grippevirus (Influenzavirus) erfolgt die Ansteckung in der Regel über eine Tröpfcheninfektion: Der jeweilige Erreger gelangt in winzigen Partikeln in die Luft, zum Beispiel beim Husten, Niesen oder Sprechen und wird auf diese Weise von Mensch zu Mensch weitertransportiert. Viren und Bakterien haften auch an Flächen. Damit ist beispielsweise auch eine Infektion über Türklinken oder Einkaufswagen möglich.

Influenza oder Erkältung „eingefangen“: Was tun – und wie für’s nächste Mal vorbeugen?

Antibiotika helfen nur bei Bakterien, nicht bei Viren. Insofern sind sowohl Influenza als auch Erkältung nur symptomatisch behandelbar. Der Grund, warum Ärzte in beiden Fällen möglicherweise ein Antibiotikum verschreiben, hat folgenden Grund: Da das Immunsystem geschwächt ist, haben Bakterien leichtes Spiel. Nicht selten kommt es daher zu zusätzlichen bakteriellen Infektionen („Superinfektion“). Hierbei kann es sich beispielsweise um eine Mandelentzündung, eine Entzündung der Bronchien (Bronchitis), eine Lungenentzündung oder eine Rippenfellentzündung handeln.

Zwar ist eine Lungenentzündung bei einer verschleppten Erkältung selten. Kommt es aber dazu, kann sie gefährlich sein und schlimmstenfalls tödlich enden. Ebenso gefährlich ist eine „Superinfektion“ des Herzmuskels, des Hirns oder der Hirnhäute. Was das Herz angeht, so kann eine so genannte Myokarditis zum Tode führen. Setzt sich die Infektion aufs Hirn, ist bei einer Meningoenzephalitis im Extremfall mit bleibenden geistigen Schäden zu rechnen.

Das Risiko einer Superinfektion ist bei einer Grippe höher als bei einer Erkältung, insbesondere für jene Menschen, die zu einer bestimmten Risikogruppe gehören.

Geht es um die reine Linderung der Symptome, so haben sich auch bestimmte begleitende pflanzliche Präparate bewährt, die dem Immunsystem im Kampf gegen die Infektion helfen. Wichtig ist für den Genesungsprozess, viel Wasser zu sich zu nehmen. Möchte man sicher wissen, ob eine bakterielle Infektion vorliegt oder zusätzlich vorhanden ist, besteht die Möglichkeit, sich beim Arzt testen zu lassen. Eine Schleimprobe bzw. ein Halsabstrich werden genommen und in einem Labor untersucht.

Virus oder Bakterium - zum Abwarten und Ruhig-Angehen-Lassen gibt es allerdings in beiden Fällen keine Alternative. Eine gut auskurierte Krankheit ist der beste Garant für höchstmögliche Fitness im Nachhinein. Das gilt nach einer überstandenen Influenza in verstärktem Maße.

Die nächste Grippe- und Erkältungswelle rollt bestimmt

Falls am Arbeitsplatz oder im gewohnten Umfeld regelmäßig die Virus-Grippe grassiert, kann es lohnen, über eine Impfung nachzudenken. Dies gilt auch für chronisch Kranke, Alte und solche Personen, die im Alltag mit vielen Menschen zu tun haben.

Wer sich gegen Influenza impfen lässt, reduziert sein Risiko, an Grippe zu erkranken. Die Möglichkeit besteht aber trotzdem. Vor bakteriellen Infektionen ist man gleichwohl nicht gefeit. Das Risiko zur Entwicklung viraler und bakterieller Infektionen kann aber insgesamt gemindert sein.

Weil manche Viren ihr äußeres Erscheinungsbild sehr schnell ändern, sind die Entwickler von Impfstoff besonders gefordert. Es ist der Grund dafür, dass für den Grippe-Erreger jedes Jahr ein neues Impfserum entwickelt werden muss.

So genannte Virostatika können die Entwicklung von Viren hemmen. Ein Medikament, das nur Viren und nicht auch körpereigene Zellen abtötet, ist jedoch nach Angaben von Fachleuten noch nicht gefunden worden.