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Magersucht

Definition, Entstehung, Ursachen

Magersucht, lat. Anorexie, ist eine krankhafte Essstörung. Betroffene leiden unter einem erheblichen, nicht selten lebensbedrohlichen Gewichtsverlust, den sie selbst verursacht haben. Gleichzeitig haben sie große Angst vor einer Gewichtszunahme. Im Vordergrund steht der Wille, das Körpergewicht dauerhaft zu reduzieren. 

Am häufigsten tritt Magersucht bei Mädchen ab dem 14. bis zum 25. Lebensjahr auf, und zwar besonders in der Mittel- und Oberschicht der Bevölkerung. Nicht selten handelt es sich bei Magersüchtigen um intelligente Menschen. Nur 5 Prozent der Erkrankten sind männlich.

Die Krankheit geht nicht mit Appetitlosigkeit einher. Im Gegenteil verspüren Magersüchtige oft einen sehr großen Appetit, verleugnen und unterdrücken diesen aber. Die Magersucht ist mit der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) verwandt, bei der große Mengen an Essen verschlungen, dann aber heimlich wieder erbrochen werden. 

Oft werden plötzlich auftretende Konflikte in solchen Familien zum Auslöser der Magersucht, in denen nomalerweise Harmonie und starke Bindungen herrschen. Magersüchtige verkörpern in solchen Fällen mitunter die Symptome. Psychisch labile und instabile Menschen erkranken schneller.

Diskutiert wird auch eine vorausgegangene Überangepaßtheit in der Kindheit, die im Rahmen der Pubertät mental und körperlich nicht mehr aufrechtzuerhalten ist. Im Gespräch ist die Magersucht auch als eine mögliche Form der krisenhaften Abwehr sexueller Wünsche in der Pubertät mit dem Ziel, in die behütete Kindheit zurückzukehren.

Auch der genetischen Veranlagung wird eine Rolle bei Entstehung der Magersucht zugeschrieben.

Erkenntnisse haben Forscher auch über die Möglichkeit einer Störung in der Hirnregion, die das Essverhalten steuert.

Die heutige Gesellschaft mit den geltenden und in den Vordergrund gerückten Schönheitsidealen spielen nach Überzeugung von Fachleuten eine entscheidende Rolle. Mädchen mit geringem Selbstbewusstsein, die sich die Ideale von einem schlanken Körper als Vorbild nehmen und diesen nacheifern, werden häufig Opfer der Magersucht.

Oft kommt es vor dem Ausbruch der Krankheit zur Zusammenwirkung mehrerer Faktoren.

Symptome und Folgen

Das am deutlichsten sichtbare Symptom der Magersucht ist der Gewichtsverlust, der lebensbedrohlich werden kann. Mangelernährung führt zum Fehlen lebenswichtiger Nährstoffe.

Charakteristisch ist die Störung der Selbstwahrnehmung. Betroffene halten sich immer für zu dick.

Herausgefunden wurde: Etwa die Hälfte der Magersüchtigen hält lediglich eine Diät, während die anderen 50 Prozent zusätzlich unter der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) leiden. Sie essen zwar viel, brechen dies aber heimlich wieder aus. Mitunter wird zusätzlich auf Abführmittel zurückgegriffen, um eine Gewichtszunahme definitiv auszuschließen.

Zu beobachten ist auch, dass sich Magersüchtige sich häufig exzessiv sportlich betätigen. Aufgrund mangelhafter Nahrungsversorgung werden hohe Leistungen jedoch nicht erbracht oder führen schlimmstenfalls zum Kollaps.

Da Magersucht im Körper zu hormonellen Veränderungen führt, bleibt bei Patientinnen die Menstruation oft aus und ein Kinderwunsch häufig unerfüllt. 

Therapie für Magersüchtige

Je früher die Magersucht behandelt wird, desto besser. Unterzieht sich der Patient einer Behandlung, so ist dies bereits ein großer Erfolg.

Viele Betroffene haben typischerweise keine Einsicht in ihre Erkrankung. Es ist daher keine Seltenheit, dass Magersüchtige gegen ihren Willen in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen. Aufgrund eines Elektrolytmangels wird oft eine Zwangsernährung eingeleitet. Eine Therapie kann in bei akuter Lebensgefahr ohne eigene Bereitschaft zur Behandlung auf richterliche Anordnung erfolgen. 

Bei Magersucht ist es zur Lebenserhaltung zunächst erforderlich, gegen das Untergewicht anzukämpfen. Mit ärztlicher bzw. psychotherapeutischer Hilfe muss die Einstellung der Patienten zur Nahrungsaufnahme korrigiert werden. Der Informationsaustausch zwischen Patient und Arzt steht daher zunächst im Vordergrund. Nur so kann sich der Fachmann ein ausführliches Bild von der Situation des Betroffenen und den möglicherweise zugrundeliegenden Ursachen machen.

Anschließend folgt die körperliche Untersuchung für einen Überblick über den Allgemeinzustand. Der Body-Mass-Index (BMI) dient dazu, das Stadium der Magersucht zu bestimmen, wobei Untergewicht bei einem BMI von < 17,5 m/kg2 beginnt.

Informationen liefern auch die Blutwerte. Damit können unter anderem Leber und Nieren auf ihre Funktion überprüft und die Blutbildung als solche kontrolliert werden. Erkannt wird anhand der Laborwerte auch, ob der Salzhaushalt (Elektrolythaushalt) regelrecht verläuft oder es zwischenzeitlich zu Störungen gekommen ist. 

In schweren Fällen stationäre Magersucht-Behandlung

Weil zuverlässige Medikamente zur Gewichtszunahme fehlen, wird der magersüchtige Patient regelmäßig in den Fällen stationär aufgenommen, in denen das Körpergewicht unter 75 Prozent des normalen Gewichts gefallen ist. Gleichzeitig auftretende Depressionen und Suizidgefahr liefern weitere Gründe zu einer Behandlung in der Klinik. 

Therapien laufen auf eine schrittweise festgelegte Erhöhung und somit Normalisierung des Gewichts hinaus. Dafür werden individuelle Pläne erstellt. Die Gewichtskontrolle ist ein elementarer Bestandteil.

Das Essen wieder lernen 

Einen normalen Umgang mit Essen muss der Magersüchtige erst wieder erlernen. Dies geschieht mit fachlicher Beratung, Essensplänen und kann in vielen Fällen später familiär erfolgversprechend unterstützt werden.