Helicobacter-Therapie: Ablauf, Dauer und Nebenwirkungen
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Wurde bei dir Helicobacter pylori nachgewiesen, stellt sich die Frage: Muss das behandelt werden – und wie läuft die Behandlung ab? Hier erfährst du, wann eine Therapie sinnvoll ist, welche Medikamente eingesetzt werden, mit welchen Nebenwirkungen du rechnen musst und wie du den Erfolg überprüfst.
Muss Helicobacter immer behandelt werden?
Nicht jede Besiedlung muss zwingend behandelt werden. Fachleute empfehlen heute aber, eine nachgewiesene Infektion in den meisten Fällen zu beseitigen, weil sie die Magenschleimhaut dauerhaft entzündet und das Risiko für Folgeerkrankungen erhöht. Eine Behandlung ist besonders wichtig bei:
- einem Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür, auch wenn es schon abgeheilt ist,
- Beschwerden im Oberbauch wie Schmerzen, Druck oder Übelkeit,
- Magenkrebs bei nahen Verwandten,
- einem MALT-Lymphom des Magens, einer seltenen Form von Lymphdrüsenkrebs,
- geplanter Dauereinnahme von ASS oder anderen Schmerzmitteln,
- einem Eisenmangel ohne andere erkennbare Ursache.
Ob und wie behandelt wird, entscheidest du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wie läuft die Behandlung ab?
Ziel der Behandlung ist es, das Bakterium vollständig aus dem Magen zu entfernen. Fachleute sprechen von einer Eradikationstherapie. Sie besteht immer aus einer Kombination mehrerer Medikamente, die du gleichzeitig einnimmst:
- ein Säureblocker (Protonenpumpenhemmer) wie Pantoprazol oder Omeprazol: Er senkt die Magensäure, schützt die gereizte Schleimhaut und sorgt dafür, dass die Antibiotika besser wirken,
- zwei oder drei Antibiotika, zum Beispiel Amoxicillin, Clarithromycin, Metronidazol oder Tetracyclin,
- bei der sogenannten Bismut-Vierfachtherapie zusätzlich ein Bismut-Präparat.
Welche Kombination gewählt wird, hängt unter anderem davon ab, ob du schon einmal bestimmte Antibiotika eingenommen hast, ob eine Allergie besteht und wie verbreitet Resistenzen sind. Weil Helicobacter zunehmend gegen Clarithromycin resistent ist, wird in Deutschland häufig die Bismut-Vierfachtherapie als erste Behandlung eingesetzt. Die Behandlung dauert je nach Schema in der Regel 10 bis 14 Tage.
Wichtig: Die Therapie vollständig durchziehen
Viele Betroffene fühlen sich schon nach wenigen Tagen besser, weil der Säureblocker die Beschwerden rasch lindert. Trotzdem ist es entscheidend, alle Medikamente wie verordnet bis zum letzten Tag einzunehmen. Wird die Behandlung zu früh abgebrochen, überleben Bakterien – und das Risiko für Resistenzen steigt.
Welche Nebenwirkungen kann die Therapie haben?
Die Behandlung ist meist gut verträglich. Häufige, in der Regel harmlose Nebenwirkungen sind:
- Durchfall, weicher Stuhl oder Blähungen,
- Übelkeit,
- ein bitterer oder metallischer Geschmack im Mund,
- bei Bismut-Präparaten ein dunkel bis schwarz gefärbter Stuhl und eventuell eine dunkle Zunge – das ist harmlos und verschwindet nach der Therapie.
Während der Einnahme von Metronidazol und noch einige Tage danach solltest du keinen Alkohol trinken, da es sonst zu Übelkeit, Herzklopfen und Kreislaufproblemen kommen kann. Bei starkem oder blutigem Durchfall, Hautausschlag oder Atemnot melde dich bitte umgehend in deiner Arztpraxis.
Hat die Behandlung gewirkt?
Ob Helicobacter verschwunden ist, sollte immer kontrolliert werden, auch wenn die Beschwerden weg sind. Dafür eignen sich ein Atemtest oder ein Stuhl-Antigentest – frühestens vier Wochen nach Ende der Antibiotika und mindestens zwei Wochen nach dem letzten Säureblocker. Ein Bluttest ist dafür ungeeignet, weil die Antikörper noch lange nach der Heilung nachweisbar sind. Mehr zu den Testmethoden findest du im Artikel Helicobacter-Test: Methoden im Vergleich.
Was, wenn die Behandlung nicht wirkt?
Bei den meisten Menschen ist die erste Behandlung erfolgreich. Ist das Bakterium danach noch nachweisbar, folgt eine zweite Behandlung mit einer anderen Kombination von Antibiotika. Häufig wird dann bei einer Magenspiegelung eine Gewebeprobe entnommen und das Bakterium auf Resistenzen getestet, damit gezielt behandelt werden kann.
Helfen Hausmittel gegen Helicobacter?
Mittel wie Mastix, Brokkoli-Extrakt, Manuka-Honig oder Probiotika werden häufig empfohlen. Einige Probiotika können die Verträglichkeit der Antibiotika-Therapie verbessern, etwa Durchfall verringern. Keines dieser Mittel kann Helicobacter aber zuverlässig beseitigen. Sie sind deshalb höchstens eine Ergänzung, kein Ersatz für die ärztliche Behandlung.
Kann Helicobacter wiederkommen?
Eine erneute Ansteckung nach erfolgreicher Behandlung ist möglich, bei Erwachsenen in Deutschland aber selten. Wie du dich vor einer Ansteckung schützt, erfährst du im Artikel Helicobacter pylori: Ursachen und Ansteckung.